Klimafreundlich Bauen
Deutschland will mehr Holzbau: die Holzbauinitiative des Bundes
Mehr mit Holz zu bauen ist in Deutschland nicht nur Bauherren- und Branchenanliegen, sondern sozusagen auch ein Anliegen des Bundes. Mit der Holzbauinitiative verfolgt die Bundesregierung eine langfristige Strategie, die den Einsatz von Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen im Bausektor stärken soll. Dabei verfolgt sie gleich mehrere Ziele:
- Mehr Klimaschutz
- effizienten Umgang mit Ressourcen und
- schnelleres, bezahlbareres Bauen
Das soll die Holzbauinitiative erreichen
Das Bundeskabinett beschloss die Holzbauinitiative im Juni 2023. Sie bündelt acht Handlungsfelder, von der Vorbildfunktion des Bundes beim eigenen Bauen über die Stärkung von Forschung und Innovation und die Fachkräftesicherung bis zur Sicherung der Rohstoffversorgung.
Mehr Holzbau bis 2030
Einer der Kernpunkte ist durchaus ambitioniert: Schon bis 2030 soll der Einsatz von Holz im Wohnungsbau und bei der Gebäudemodernisierung deutlich steigen und die Holzbauquote wesentlich erhöht werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachverdichtung in den Städten, etwa durch Aufstockungen, für die sich der leichte Holzbau gut eignet.
Darum setzt der Bund auf Holzbau
Die Initiative stützt sich vor allem auf drei Effekte des Holzbaus, die dem Klima, dem Wohnraumangebot und der Wirtschaft zugleich zugutekommen sollen.
1. Die CO2-Bilanz:
Die Errichtung und Modernisierung von Gebäuden machen in Deutschland rund sieben Prozent der CO2-Emissionen aus.
Da Bäume in der Wachstumsphase Kohlenstoff aus dem Treibhausgas CO2 binden, wird dieser im verbauten Holz dauerhaft gespeichert. Mehr Holzbau heißt also weniger CO2 in der Atmosphäre.
2. Das Bautempo:
Holz eignet sich hervorragend für modulares Bauen und Vorfertigung. Mit dieser Bauweise werden kürzere Produktions- und Bauzeiten erzielt – und es kann schneller bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.
3. Die Wertschöpfung:
Heimisches Holz zu nutzen stärkt regionale Wirtschaftskreisläufe, von der Waldwirtschaft über die Verarbeitung bis hin zur Baubranche.
So soll der Holzbau weiter wachsen
2025 wurden bundesweit 24,4 Prozent der genehmigten Wohngebäude in Holzbauweise errichtet, ein neuer Höchststand. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern liegt der Anteil mit rund 28 Prozent schon relativ hoch – immerhin wurde fast jede 4. Baugenehmigung für Gebäude in Holzbauweise erteilt. Im mehrgeschossigen Wohnungsbau ist der Wert dagegen mit ca. 8 Prozent bislang deutlich niedriger. Hier gibt es also ein beträchtliches Ausbaupotential, das die Initiative im Blick hat.
Stand: September 2026
Bildquelle: photo 5000, Adobe Stock
Quellen
Holzbauinitiative der Bundesregierung, Handreichung und Handlungsfelder: BMLEH
Fortführung und Runder Tisch (November 2025), Geschäftsstelle FNR: FNR
Holzbauquote 2025: Lagebericht Holzbau 2026, Holzbau Deutschland